Mythos “grünes Wachstum” – Dekonstruktion agrarindustrieller Wachstumsfantasien – Plädoyer für agrarökologische Alternativen

Unter dem Label »grünes Wachstum« propagiert die Agrarindustrie die Vereinbarkeit von Ökologie und Wachstum: der Versuch, an der Vorstellung unendlichen Wachstums in einer prinzipiell endlichen Welt festzuhalten. Dieser Beitrag von Reinhild Benning und Tilman Santarius im “Kritischen Agrarbericht” analysiert und dekonstruiert diesen Anspruch und weist nach, dass die herkömmliche Wachstumslandwirtschaft auch im »grünen Gewand« alles andere als zukunftsfähig ist. Dies sind allein agrarökologische Formen bäuerlicher Landwirtschaft. Nur sie führen zu einer ökologisch tragfähigen und sozial gerechten Landnutzung sowie zu einer gesunden Ernährung der Weltbevölkerung

 

Rethinking food security strategies in times of climate change

Seit den 1980er Jahren wurde vor allem mit handels-basierten Strategien versucht, weltweite Ernährungssicherheit herzustellen. Doch für die meisten Bauern in den Ländern des globalen Südens ging diese Strategie nicht auf. Dieser Artikel von Christine Chemnitz und Tilman Santarius im UNCTAD Trade and Environment Review zeigt zunächst auf, wie der zunehmende Welthandel die Verletzbarkeit (vulnerability) von Kleinbauern erhöht hat. Anschließend werden Maßnahmen vorgestellt, wie der Handel mit Agrarprodukten reregionalisiert, sein ökologischer Fußadruck dabei verringert und die Wertschöpfung für Kleinbauern maximiert werden kann.

Warum einfach wenn es auch kompliziert geht? Die Einbindung der Landwirtschaft in den Emissionshandel macht keinen Sinn.

Treibhausgase aus der Landwirtschaft tragen erheblich zum Klimawandel bei. Würde es sich da nicht anbieten, dass auch der Sektor Landwirtschaft in den Emissionshandel eingebunden wird, der allen Treibhausgasen eine globale Obergrenze setzt? Nein, sagt Tilman Santarius, denn es sprechen gewichtige ökologische, ökonomische und auch administrative Gründe dagegen. Hier zur Ausgabe des “böll Thema” , in welcher der Artikel erschienen ist.

Umrisse einer Architektur des Agrarhandels in Zeiten nach der WTO

Regeln für den weltweiten Agrarhandel werden in der WTO nach vielen Gesichtspunkten gestaltet, aber kaum nach den Anliegen Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit für Kleinbauern in Süd und Nord. Wie sähen die Umrisse einer Welthandelsordnung aus, die diesen Anliegen Rechnung trägt? Aufbauend auf den EcoFair Trade Dialogue schlagen Wolfgang Sachs und Tilman Santarius fünf Säulen für eine Weltfairhandelsorganisation vor. Hier zum Text des Artikels, der in der Zeitschrift „Eins Entwicklungspolitik“ sowie auf englisch im Buch “Food Ethics” von Gottwald/Ingensiep/ Meinhardt erschienen ist.

Klima und Handel – Warum der Klimawandel zu einer Reform der Welthandelspolitik zwingt.

Außenwirtschafts- und Handelspolitik werden bisher meist nach den Prinzipen des Freihandels und der Exportmaximierung betrieben. Im Ergebnis wird die Weltwirtschaft immer dichter verwoben, und Produktionsketten spannen sich von einer Hemisphäre in die andere. Ist dieser globalisierte Welthandel mit dem Ziel verträglich, die globale Erwärmung unter der gefährlichen Schwelle von 2 oder gar 1,5 Grad Celsius zu halten? Hier zur Studie “Klima und Handel”, die Reformschritte für die Handels- wie auch die Klimapolitik aufzeigt und sich insbesondere den Themen Verlagerung der Emissionen druch den Handel (Leakage), Grenzausgleich, und Technologietransfer widmet.

Modell für einen gerechten Welthandel. Eine kritische Würdigung des Fairen Handels.

Produkte des Fairen Handels, von Gepa-Schokolade bis Fair Trade-Kaffee, sind auch in Supermärkten auf dem Vormarsch. Ohne Zweifel, das Konzept des Fairen Handels ist großartig, und fair gehandelte Produkte verdienen noch wesentlich mehr Marktanteile als heute. Dennoch erscheint es zweifelhaft, ob das Konzept taugt, um den Welthandel insgesamt auf eine faire und nachhaltige Basis zu stellen. Was stattdessen sinnvoll erscheint, ist die Prinzipien des Fairen Handels auf internationale Handelsabkommen zu übertragen. Hier zur Zeitschrift „Perspektiven im Fairen Handel“, in dessen Artikel ab Seite 18 der Michael Frein und Tilman Santarius ihre Ideen diskutieren; hier direkt zum Text des Artikels.

Das Elend der WTO. Für eine Neuerfindung des Welthandels.

Das multilaterale Handelssystem steckt in seiner tiefsten Krise seit Jahrzehnten. Nach vielen Jahren äußerst mühsamer Verhandlungen scheint es inzwischen fast nebensächlich geworden zu sein, ob das Ende der Doha-Runde der WTO bald offiziell verkündet wird oder die Verhandlungen ohne Ergebnis im Sand verlaufen. Fünf Defizite der Welthandelspolitik erscheinen besonders gravierend, aus denen sich fünf Meilensteine für die Neuerfindung einer multilateralen Handelsorganisation ergeben. Hier zum Artikel Neuerfindung WTO in den Blättern für deutsche und internationale Politik.

Für oder wider das Klima handeln? Was die Handelspolitik zur Klimapolitik beitragen kann.

Bis vor wenigen Jahren hat die Welthandelsorganisation WTO weitgehend den Ordnungsrahmen für die Weltwirtschaft vorgegeben. Doch die WTO befindet sich derzeit in einer tiefen Legitimationskrise. Stattdessen wird nun im Klimaregime über den Ordnungsrahmen der Weltwirtschaft von morgen verhandelt. Allerdings ist es nicht ausgemacht, ob sich Handels- und Klimapolitik überhaupt in Einklang miteinander bringen lassen. Offenbar folgen die beiden Regimes nicht derselben Logik und verkörpern widerstreitende Werte. Hier zur Ausgabe des “Forum Rundbrief”, in der der Artikel ab Seite 28 erschienen ist.

Regeln ändern. Fairness im Welthandel.

Ein sozialer Ausgleich in der Weltgesellschaft wird hauptsächlich über die Handels- und Außenwirtschaftspolitik ins Werk zu setzen sein. Doch in der Handelspolitik mit Dritten bleibt Europa hinter seiner sozialen und menschenrechtlichen Tradition zurück. In auffälligem Kontrast zur Umweltpolitik kann es hier keine Pionierrolle beanspruchen. Doch eine Politik, die auf eine Globalisierung der öko-sozialen Marktwirtschaft zielt, muss auch die Handelspolitik zur Triebkraft für Ökologie und Fairness in der Welt machen. Und zwar gleichermaßen in der WTO, in bilateralen Abkommen, wie auch in der nationalen Außenhandelspolitik. Hier zum Text des Kapitels im Buch „Zukunftsfähiges Deutschland in einer globalisierten Welt.

The World Bank’s WDR 2008: Response from a Slow Trade – Sound Farming Perspective.

Nachdem das Thema Landwirtschaft mehr als zwei Jahrzehnte von der weltpolitischen Agenda praktisch verschwunden war, widmet sich der World Development Report 2008 der Weltbank erstmals wieder zentral der Bedeutung des Themas für die Entwicklung im globalen Süden. Doch der Weltbankbericht setzt vor allem auf Produktivitätssteigerungen, anstatt das Potential von kleinbäuerlichen Produktionsweisen für Entwicklung, Armutsminderung und Umweltschutz zu erkennen. Hier zum EcoFair Trade Paper No.10, in dem Sophia Murphy und Tilman Santarius dem Weltentwicklungsbericht der Weltbank einer kritischen Würdigung unterziehen und alternative Reformvorschläge unterbreiten.

Slow Trade – Sound Farming. Handelsregeln für eine global zukunftsfähige Landwirtschaft.

Zusammen mit zehn international renommierten ExpertInnen entwerfen Wolfgang Sachs und Tilman Santarius eine Alternative zur Agrarhandelspolitik der Welthandelsorganisation WTO. Der Report zeigt neue Perspektiven und Instrumente für ein Agrarhandelssystem auf, das den Armen eine wirkliche Chance bietet, die Umwelt schützt und den Übergang der Landwirtschaft in ein post-fossiles Zeitalter unterstützt. Hier zur englischen Originalausgabe von Slow Trade – Sound Farming, der auch auf deutsch, französisch, spanisch, arabisch, tschechisch, polnischportugiesisch, indonesisch und italienisch erschienen ist.

World Trade and the Regeneration of Agriculture

Die industrielle Landwirtschaft, die oft in globalen Produktionsketten wirtschaftet, kann als Kreuzungspunkt der beiden Großkrisen Klimawandel und Biodiversitätsverlust verstanden werden. Wie wirken sich die Umwelteffekte aus – auf Ökossysteme lokal und global, aber auch auf andere Formen der Produktion wie den kleinbäuerlichen Anbau? Welche verschiedenen Strategien gibt es zur Deindustrialisierung der Landwirtschaft in Nord und Süd? Welches sind die Länder, die als Hauptexporteure der industriellen Landwirtschaft auftreten, und mit welchen Produkten? Und welche Reformen wären in der WTO erforderlich, um nicht länger eine Spezialisierung und Intensivierung der Produktion anzuregen, sondern möglicher Weise gar als Motor einer Ökologisierung der Landwirtschaft zu fungieren? Hier zum EcoFair Trade Dialogue Discussion Paper No. 9 von Wolfgang Sachs und Tilman Santarius.

Ohne Balance – Umweltabkommen und Handelsrecht.

Marrakech trumpht Rio – könnte man verkürzt das Verhältnis von Umwelt- und Handelsrecht zusammenfassen. Ohne Zweifel hat die Gründung der Welthandelsorganisation WTO 1994, nur zwei Jahren nach dem Erdgipfel von Rio, erhebliche Folgen für die Umwelt und die Umweltpolitik. Tilman Santarius nennt fünf Gründe, warum in der Praxis Welthandelsrecht über Umweltrecht dominiert, auch wenn dies von der Staatengemeinschaft nie offiziell beschlossen oder verlautbart wurde. Hier zum Text des Kapitels im Buch „Die Umwelt in der Globalisierungsfalle“.

Grüne Grenzen für den Welthandel.

Umweltschutz und Nachhaltigkeit spielen in der Welthandelsorganisation WTO allenthalben eine untergeordnete Rolle spielen. Die zunehmende Unvereinbarkeit eines liberalisierten Welthandels mit dem Schutz der Biosphäre stellt eine der größten Herausforderungen für das globale Regieren im 21. Jahrhundert dar. In der Studie werden einerseits die Konfliktbereiche zwischen Umwelt- und Handelsrecht untersucht und Lösungsoptionen aufgezeigt. Andererseits wird das Instrument der strategischen Folgenabschätzung mit Blick auf seine Tauglichkeit erörtert, um ökologische Aspekte systematisch in die politischen Entscheidungsprozesse der WTO einfließen lassen zu können. Hier zur Studie von Tilman Santarius und seinen Kollegen als „Wuppertal Paper Nr. 133“.